Sie sind hier:
Deutsch
?eština
Montag, 24. Juli 2017
< Mineralische Dichtung in der Praxis
20/04/2010 22:00 Alter: 7 Jahre
Kategorie: iTN-Fachseminare
Von: Dipl.-Ing. Jan Finke, GELSENWASSER Entwicklungsgesellschaft Dresden mbH

Regenerative Energiegewinnung auf Abwasseranlagen

ein Weg zur Verbesserung der Wirschaftlichkeit


Zusammenfassung: Die Entwicklung neuer Technologien zur Nutzung regenerativer Energien spielte in den ver-gangenen fünfzehn Jahren innerhalb der weltweiten Klimapolitik eine immer wichtigere Rolle.
Die Novellierung des Energieeinspeisegesetzes in den Jahren 2004 und 2008 in der Bundesrepublik zeigte insofern Wirkung, dass diese Technologien in Deutschland auf Grund des Entwicklungsvorsprunges massenhaft zum Einsatz kamen und Deutschland bislang (noch) Marktführer bei der Produktion von Windkraftanlagen und Solarmodulen ist.
Das Ziel der Bundesregierung bis zum Jahr 2020, mindestens 20 % eher aber 30 % (nach § 1 EEG 2008) des Gesamtenergieeinsatzes der Bundesrepublik durch regenerative Energien beizusteuern, ist höchst ambitioniert.
Die hohen Kosten zur Erledigung öffentlicher Pflichtaufgaben in Deutschland am Beispiel der Abwasserentsorgung und der Wasserversorgung im Vergleich zu anderen europäischen Industrienationen zeigen, dass Maßnahmen zur Kostenreduzierung zur Stabilisierung des Preis- und Gebührenniveaus notwendig und beim Bürger hoch willkommen sind.So macht z.B. der Energiebedarf auf kommunalen Kläranlagen ca. 25 % der Kosten der Abwasserbehandlung aus. Zum Vergleich die Klärschlammbehandlung und Entsorgung macht ca. 22 % der Jahreskosten in der Abwasserbehandlung einer größeren Stadt aus und die Personalkosten betragen ca. 30%.
Am Beispiel der Kläranlage Dresden Kaditz ist der Energieverbrauch vergleichbar mit einer 30.000 Einwohnerstadt.
Nicht nur in den letzten fünf Jahren wurden daher erhebliche Anstrengungen unternommen, die Wasserwirtschafts-betriebe „auf Effizienz zu trimmen“. Einerseits werden neue Betriebsformen gewählt, andererseits werden Betriebe mit allen technischen Mitteln optimiert. Einen wesentlichen Beitrag zur Energieeffizienzsteigerung bildet dabei die Nutzung regenerativer Energien in der Wasserwirtschaft. Am Beispiel von Kläranlagen wird vermittelt, welche Arten der regenerativen Energien eingesetzt werden können und welche betriebswirtschaftlichen Effekte erzielbar sind. Dass dies nicht nur ein Thema der vergangenen fünf Jahre war, wird am Praxisbeispiel der Einführung der ersten industriellen Bio-Co-Vergärung in Radeberg gezeigt. Hier wurde bereits 1998 auf einer 100 000 Einwohnerwerte (EW) Kläranlage die Klärschlammfaulung in eine sogenannte Co-Vergärung umgerüstet, das heißt Bioabfallstoffe aus der Nahrungsgüterindustrie, aber auch die Bioabfälle des Landkreises Kamenz und der Landeshauptstadt Dres-den, wurden in Radeberg aufbereitet und der Klärschlammfaulung beigegeben.
In Radeberg wurde erstmals großtechnisch in Deutschland nachgewiesen, dass eine erhebliche Steigerung der Bio-gasausbeute durch die Nutzung biogener Abfallstoffe in der konventionellen Klärschlammfaulung möglich ist.
Des Weiteren werden an Hand von aktuellen Projektbeispielen die energetischen Optimierungsmöglichkeiten einer Kläranlage mit den Themen – Wärme aus Abwasser, Mikrogasturbine, Solarenergie und künftig Erzeugung von Er-satzbrennstoffen - dargelegt.

PDF-Flyer

GELSENWASSER Entwicklungsgesellschaft Dresden mbH, Scharfenberger Straße 152, 01139 Dresden
Telefon: +49 (0) 351 / 822 - 2157 Telefax: +49 (0) 351 / 822 - 2159